Mit dem Spitzenspiel zwischen dem Tabellen-Zweiten VfL Wolfsburg und Tabellenführer Bayern München startet am 30. Januar 2015 die Rückrunde der Bundesliga-Saison 2014/15. In dieser Partie könnte sich auch bereits entscheiden, ob den Bayern der neuerliche Gewinn des Meistertitels noch zu nehmen sein wird. Sollten die Münchner die Partie für sich entscheiden, wären wohl angesichts eines Vorsprungs von 14 Punkten für die letzten 16 Partien keine Zweifel mehr angebracht.

Schon im bisherigen Saisonverlauf war der deutsche Rekordmeister eine Klasse für sich. Seit 21 Bundesligaspielen sind die Bayern unbesiegt, 18 davon haben sie gewonnen, nur drei Mal konnte der jeweilige Gegner zumindest einen Punkt erringen. Zuletzt gelang dies Borussia Mönchengladbach am 9. Spieltag beim 0:0 am 26. Oktober 2014. Seitdem feierten die Bayern acht Siege in Serie und ließen im Herbstdurchgang insgesamt nur vier Gegentreffer zu.

Die Wolfsburger würden aber auch im Falle einer Niederlage ihren zweiten Tabellenplatz vorerst behalten, da dieser mit sechs Punkten Vorsprung auf den Dritten Bayer Leverkusen komfortabel abgesichert ist.

Trendwende bei Borussia Dortmund?

Obwohl Bayer Leverkusen das Jahr 2015 mit einem Heimspiel gegen ein Team eröffnet, das auf einem Abstiegsplatz rangiert, ist es keineswegs sicher, dass die Werkself die BayArena als Sieger verlässt. Denn mit Borussia Dortmund steht Bayer ein Gegner gegenüber, der in der Rückrunde eine Aufholjagd starten und sich jenen Plätzen annähern will, der dem Leistungsvermögen der Mannschaft von Jürgen Klopp entspricht.

Kein Wettanbieter hatte vor Saisonbeginn auch nur annähernd mit einem derartigen Einbruch des BVB gerechnet. Trotz schlechter Ergebnisse gingen die Dortmunder in nahezu jede Begegnung als Favorit, um dann danach doch mit leeren Händen da zu stehen. Nur vier Siege, aber zehn Niederlagen, entsprechen nicht annähernd den Ansprüchen, die der Verein selbst an sich stellt. Im Falle eines Fehlstarts in Leverkusen würde in Dortmund aber weiterhin die Abstiegsangst regieren.

Auch Dortmunds Revierrivale Schalke 04 hat keine optimale Herbstsaison hinter sich. Aber mit Platz fünf zur Saisonmitte und dem Achtelfinalaufstieg in der Champions League können die Königsblauen gut leben. Mit einem Heimsieg über Hannover 96 würde die positive Stimmung in Gelsenkirchen noch länger anhalten.

Kampf um die Champions-League-Plätze

Punktgleich mit den Schalkern liegt aktuell Borussia Mönchengladbach auf Platz vier und hätte damit einen Champions-League-Qualifikationsplatz inne. Zu Saisonbeginn waren die Gladbacher erster Verfolger von Meister Bayern, in den letzten Wochen vor der Winterpause riss allerdings etwas der Faden. Vor allem in den Auswärtsspielen blieben die Erfolge aus. Diese Schwäche gilt es rasch zu beheben, denn im ersten Spiel des Jahres 2015 müssen die Borussen in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart antreten.

Die Schwaben holten in acht Heimspielen in dieser Saison insgesamt nur fünf Punkte und sind damit wie in der Vorsaison in akuter Abstiegsgefahr. Zwar belegt der VfB aktuell als Fünfzehnter keinen Abstiegsplatz, der Vorsprung auf das Tabellenende ist mit zwei Punkten aber denkbar gering.

Traditionsvereine müssen zittern

Allerdings sind Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart nicht die einzigen verdienstvollen Traditionsvereine, die um den Weiterverbleib in der höchsten Spielklasse bangen müssen. Vor allem der Hamburger SV – der als einziger Verein seit 1963 ohne Unterbrechung der Bundesliga angehört – und Werder Bremen, die schon in der vergangenen Saison lange zittern mussten, sind erneut in Bedrängnis.

Beide Nord-Klubs starten mit Heimspielen in das Jahr 2015. Der Hamburger SV trifft dabei auf den auswärtsstarken 1. FC Köln. Nur Spitzenreiter Bayern München hat auf fremden Plätzen eine bessere Punkteausbeute als die Geißböcke. Dennoch ist auch für den Aufsteiger der Klassenerhalt noch lange nicht gesichert, denn vor eigenem Publikum sind nur die Stuttgarter noch erfolgloser als die Kölner.

Werder Bremen empfängt im Weserstadion Hertha BSC. Auch der Hauptstadtverein befindet sich mitten in der Abstiegszone, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur einen Zähler.

Wie ergeht es den Überraschungsteams?

Der FC Augsburg schaffte, woran viele Traditionsklubs scheiterten. Ohne große Namen aber mit klaren Vorgaben machte sich die Truppe von Trainer Markus Weinzierl ans Werk und beendete die Rückrunde auf dem sechsten Tabellenplatz. Am Ende der Saison würde das für die erstmalige Teilnahme an einem internationalen Bewerb berechtigen. Der FCA startet mit einem Heimspiel gegen die einen Punkt dahinter liegende TSG 1899 Hoffenheim in das neue Jahr.

Vor Saisonbeginn hatte kaum jemand damit gerechnet, dass sich der SC Paderborn in der Liga bestehen würde. Alle Wettanbieter hatten den Aufsteiger als Abstiegskandidat Nummer eins auf der Rechnung. Aber nach dem vierten Spieltag führte der Underdog sogar die Tabelle an und hielt sich auch in der Folge respektabel. Dennoch fielen die Ostwestfalen langsam aber stetig zurück, je länger die Saison dauert. Aktuell rangiert Paderborn auf Platz zehn, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist aber gering. Daher wäre ein guter Rückrundenstart in Mainz von großer Bedeutung. Aber auch die Mainzer haben nichts zu verschenken.

Denn zu Saisonbeginn lagen die Rheinhessen nach Spieltag vier hinter Paderborn auf Platz zwei. Aber aktuell warten die Mainzer bereits seit neun Spielen – seit dem 18. Oktober 2014 – auf einen Sieg. Ein Dreipunkter zum Rückrundenstart würde die Abstiegsgefahr einigermaßen eindämmen. Diese Gefahr bekommt der SC Freiburg aktuell hautnah zu spüren, da er die Winterpause auf dem letzten Tabellenplatz verbringen musste. Mit zwei Punkten Rückstand auf Platz 14 ist aber noch nichts verloren. Ein Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt könnte die Breisgauer zumindest vorerst aus der Gefahrenzone bringen.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 8.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)

{ Kommentare zu diesem Eintrag sind geschlossen }

Am 12. Juni fällt der Startschuss für die 20. Fußball Weltmeisterschaft in Südamerika mit dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien. Gespielt wird in Sao Paulo um 22 Uhr mitteleuropäische Zeit. Gastgeber einer WM zu sein, hat viele verschiedene Aspekte. Diese sind meistens begleitet von politischen, gesellschaftlichen und sportlichen Ambitionen und haben zwei Seiten einer Medaille.

In sportlicher Hinsicht ist es für das Land und die Menschen eine große Ehre, allerdings auch mit Druck und viel Kritik verbunden, wenn das Projekt scheitert. Kommt, wie im Falle Brasiliens, noch der Umstand hinzu, dass der Fußballsport eine herausragende Stellung genießt und eine beinahe schon lebenswichtige Rolle spielt, gestaltet sich alles noch einmal komplexer.

In Brasilien wird nicht nur Fußball gespielt, er ist essentieller Bestandteil des täglichen Lebens. Er ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Bildes, das von Entbehrungen und langwierigen Kämpfen geprägt ist, erzählt aber auch die Geschichte einer tiefen Leidenschaft. Nicht die Tatsache, dass die ganze Welt vom 12. Juni bis 13. Juli und vermutlich darüber hinaus auf Brasilien schaut, sondern dass Brasilien in dieser Zeit auf Brasilien schaut, macht die WM für die Selecao zu einer Zerreißprobe für Team und Trainer gleichermaßen. Auch die Wettanbieter legen ihrerseits ein Schäufelchen auf den riesigen Berg aus Druck drauf und sehen die Selecao als den Top-Favoriten auf den Gesamtsieg, vom Gruppensieg ganz zu schweigen.

WM 2014 Teilnehmer

Sechster Titel für Brasilien gilt als selbstverständlich

Die Erwartungshaltung seitens der Fans wird aber nicht nur aufgrund der heimischen Fußballaffinität immens groß sein, sondern auch der Tatsache Rechnung tragen, dass Eröffnungsspielen generell nachgesagt wird, sie würden über den restlichen Verlauf eines Events in puncto Spannung entscheiden. Diese Erwartung wurde in der Vergangenheit meist nicht bestätigt, was daran liegen mag, dass der erste Endrunden-Spieltag von Überlegungen taktischer Natur geprägt ist. Andererseits muss die Selecao sich gerade zu Beginn als das präsentieren, was von ihr bereits seit Langem erwartet wird: eine starke, torgewaltige und überlegen Mannschaft, die perfekt Taktik mit Ästhetik zu vereinen weiß. Und dass könnte gleich bedeuten, dass Brasilien seinen Fans nicht einen „einfachen“ Auftaktsieg präsentieren wird, sondern die Premiere gleich einmal zu einer Vorführnummer für die Kroaten ausarten lässt.

Die Gegner aus der Vorrundengruppe A sind Kroatien, Kamerun und Mexiko, wobei die Europäer vermutlich den stärksten Gruppengegner stellen. Die Kroaten gelten bei den Wettanbietern als Anwärter auf den zweiten Achtelfinalplatz und werden Brasilien sicherlich einiges an Kampfgeist entgegenstellen. Doch Brasilien wäre nicht Brasilien, würde es Felipe Scolaris Selecao lediglich um Ergebnisfußball und Punkte gehen und dieser Tatsache sind sich auch die Kroaten bewusst. Die Nationalmannschaft unter Trainer- und Brudergespann Niko und Robert Kovac werden auf Respektabstand agieren, sind aber nicht als zurückhaltend einzustufen.

Kroatiens Fußballgeschichte ist schnell erzählt

Während es für den fünfmaligen Weltmeister vom Zuckerhut darum geht, sich zum sechsten Mal in eine lange Liste von Pokalträgern einzuschreiben, hat Kroatien „bloß“ den Sieg um Platz 3 vorzuweisen und dieser Pokal ist bereits ziemlich verstaubt.

Die WM 2010 war das bisher das einzige große Turnier, das Kroatien seit der Wiederaufnahme durch die FIFA im Jahr 1992 verpasst hat. 1998 schafften es die Europäer sogar ins Halbfinale, wo sie gegen Gastgeber Frankreich die Segel streichen mussten und das Spiel um Platz 3 gegen Holland gewannen. Bei der WM 2002 in Südkorea war allerdings bereits in der Gruppenphase Schluss, wo man gegen Mexiko und Ecuador verlor und auch bei der WM 2006 in Deutschland war nach drei Niederlagen in der Vorrunde Endstation.

David gegen Goliath?

Damit kann man überspitzt formulieren, dass sich David und Goliath gleich im Eröffnungsspiel gegenüberstehen, haben die Kroaten schließlich keine Leistungen vorzuweisen, die Neymar, Hulk & Co. in Angst und Schrecken versetzen könnten. Hinzu kommt eine zusätzliche personelle Schwächung durch die Absenz von Mario Mandzukic, der durch eine unnötige und brutale Attacke in den Playoffs gegen Island, beim Auftaktspiel gegen den Gastgeber den Zuschauer geben wird. Eine weitere Dezimierung in den kroatischen Reihen rührt von einer Entgleisung politischer Natur von Josip Simunic im selben Play Off Spiel und brachte ihm eine Sperre von 10 Länderspielen durch die FIFA ein. Nichtsdestotrotz wird dieses Spiel sowohl für Brasilien, als auch für Kroatien eine entscheidende Wegmarke sein, die den weiteren Turnierverlauf der beiden Mannschaften prägen wird.

David gegen Goliath: wie die Abbildung oben zeigt, gilt Brasilien im Eröffnungsspiel gegen Kroatien als haushoher Favorit. Während ein erwartungsgemäßer Heimsieg des WM-Veranstalters lediglich den 1,35fachen Wetteinsatz bringt, zahlen die Wettanbieter für einen Sensationssieg der Kroaten sage und schreibe den 10fachen Wettbetrag aus. Die Übersicht der Quoten und Wettanbieter haben wir hier aktuell am 4. Juni 2014 gefunden, die Grafik haben wir mit freundlicher Genehmigung von sportwettentest.net eingebunden.

Für Brasilien geht es bei der WM im Allgemeinen und im Auftaktspiel im Besonderen um alles oder nichts, darum, nicht nur das Gesicht vor den eigenen Anhängern zu wahren, sondern Topleistungen zu bringen und den sechsten Titel einzufahren. Was die enorme Erwartungshaltung angeht, ist Kroatien deutlich besser dran. Geht es nach Coach Niko Kovac, müsste Kroatien nicht die nächste Runde erreichen, will es aber (siehe dieser Beitrag auf Spiegel Online).

Es bleibt zu hoffen, dass sich Entgleisungen und Ausbrüche jedweder Art beim Auftaktspiel und auch während der restlichen Laufzeit, sollte es für Kroatien denn eine geben, in Grenzen halten. Müssten die Europäer nämlich nur zu zehnt gegen die Selecao spielen, würden diese im wahrsten Sinne des Wortes in die nächste Runde tanzen.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 9.5/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)

{ Kommentare zu diesem Eintrag sind geschlossen }

Gespielt wird nicht nur an der Konsole, der Computertastatur oder dem Spielbrett, sondern auch auf dem Fußballfeld. Für den Sommer 2014 ist in diesem Zusammenhang ein ganz besonderes Highlight angesetzt: Die 20. Ausspielung der Fußball Weltmeisterschaften.

Wie bereits die 19 Turniere zuvor, verspricht auch das Jubiläumsturnier ein Kräftemessen auf höchstem sportlichem Niveau, denn immerhin ist die Elite des internationalen Fußballs geladen. Insgesamt kommen in knapp einem Monat 64 Spiele, an denen 32 Mannschaften beteiligt sind, in 12 Spielstätten zur Austragung, bevor der neue Weltmeister gefunden ist. Doch der Weg zum Titelträger hat schon viel früher begonnen:

Der lange Weg nach Brasilien

WM 2014 Brasilien

Als erster Meilenstein einer Weltmeisterschaft gilt die Bestimmung des Gastgebers, die im Falle der 20. Turnierauflage bereits 2007 vorgenommen wurde. Nachdem Kolumbien seine Kandidatur zurückgezogen hat – die offizielle Begründung vom Präsidenten des kolumbischen Fußballverbandes lautete die Bewerbung sei „nicht lebensfähig“ –, ist Brasilien einziger Bewerber um die Gastgeberschaft. Der Zuschlag vom FIFA-Exekutivkomitee wird nach einem Lokalaugenschein der möglichen Spielorte am 30. Oktober 2007 erteilt.

Für das südamerikanische Land ist es die zweite Heim-WM nach 1950 – eine große Ehre, aber auch eine große Verpflichtung. Immerhin gilt es, alle zwölf Spielstätten auf die Anfordernisse vorzubereiten. Dabei sind nicht nur die Stadien, sondern auch die gesamte Infrastruktur – Nah-/Fernverkehr und Fremdenverkehr, um nur zwei Aspekte zu nennen – auf den Ansturm der aus aller Herren Länder anreisenden Fans und Pressevertreter vorzubereiten.

Dass dies einen gewaltigen Aufwand an öffentlichen Geldern und Personenkraft bedeutet, ist klar – doch in einem Land, das von der Schere zwischen Arm und Reich geprägt ist, gereicht die Gastgeberschaft zudem nicht nur zur Freude, sondern auch zu Unmut. Neben dem sozialpolitischen Problem, haben die Veranstalter auch noch mit der rechtzeitigen Fertigstellung der Um- und Neubauarbeiten an den Spielstätten und der Infrastruktur zu kämpfen.

FIFA Confed Cup: erster Härtetest für Brasilien erfolgreich verlaufen

Doch bereits für den Härtetest, dem FIFA Confed Cup, der jeweils ein Jahr im Vorfeld einer WM im Gastgeberland derselben zur Austragung kommt, ist alles gerüstet – zumindest soweit, dass das Turnier zu einem Erfolg wird. Abgeschlossen sind die Vorbereitungen zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht. Denn im Rahmen des weitaus kleineren Bewerbs, werden nicht alle WM-Stadien bespielt und auch der Personenansturm, der zu bewältigen ist, fällt weitaus geringer aus. So hält die rechtzeitige Fertigstellung der restlichen WM-Stadien die Veranstalter bis zum Schluss auf Trab.

Während Brasilien daran arbeitet, der Gastgeberrolle gerecht zu werden, werden auch überall anders auf der Welt langsam die Vorbereitungen in Angriff genommen: ab 2011 schicken die Kontinentalverbände ihre Mitglieder in die Qualifikationsturniere. In Europa bewerben sich insgesamt 53 Nationalmannschaften um 13 Startplätze für die Endrunde. Zwischen 07. September 2012 und 15. Oktober 2013 werden über einen Turniermodus, der eine Gruppenphase und anschließend eine Play-off-Runde vorsieht, Deutschland, Spanien, England, Belgien, Griechenland, Russland, Italien, die Schweiz, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Frankreich und Portugal als europäische Vertreter in der Endrunde ermittelt.

 

Bis in den Herbst 2013 haben auch die anderen Kontinentalverbände ihre Entsandten ermittelt, und so findet am 06. Dezember 2013 im brasilianischen Costa do Sauípe die Auslosung der acht Gruppen für die Endrunde statt. Dabei werden die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Platzierungen der FIFA-Weltrangliste herangezogen, um die Gruppenköpfe zu ermitteln.

Brasilien, das sich als Gastgeber keiner Qualifikation stellen musste, Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, die Schweiz und Uruguay landen daher im ersten Lostopf. Die übrigen drei Lostöpfe sind so zusammengestellt, dass die Auslosung jeder Gruppe einen bunten Mix aus Underdogs und stärkeren Teams zuweist.

Mit dieser Tat nimmt das Turnier am Zuckerhut bereits konkrete Form an. Aber nicht nur aus sportlicher Sicht, auch seinem Erscheinungsbild nach erhält die WM allmählich Gesichtszüge sowie eine individuelle Note. So ist mit dem bunten Comic-Gürteltier „Fuleco“ (Wortkreation aus den portugiesischen Vokabeln „futebol“ und „ecologia“) nicht nur ein Maskottchen gefunden, sondern es gibt einen WM-Song („Tatu Bom de Bola“) und auch der Turnierball erhält individuelles Aussehen und Namen („Brazuca“).

Rund ein Jahr vor der WM können auch die Fans langsam beginnen, sich auf das Turnier einzustimmen. Denn mit 20. August startet die FIFA die erste von insgesamt drei Phasen des Ticketverkaufs, wobei es in den ersten beiden Abschnitten jeweils einen Zeitraum gibt, in der die Ticketzuteilung per Los und einen Zeitraum, in der die Zuteilung per „first-come-first-served“-Prinzip funktioniert.

Mit Frühjahr 2014 gehen die WM-Vorbereitungen schließlich in die heiße Phase: die Teilnehmer stellen ihre „Fahrpläne“ aus Vorbereitungsspielen und Trainingslager zusammen und die Nationaltrainer nominieren zunächst ihre erweiterten, dann die endgültigen WM-Kader. So kann es Anfang Juni endlich an den Zuckerhut gehen, wo die Spieler ihre Mannschaftsquartiere beziehen und das Turnier mit dem Spiel des Gastgebers Brasilien gegen Kroatien am 12. Juni 2014 endlich seine Eröffnung erfährt:

WM 2014 Gruppenphase: in 48 Spielen von 32 auf 16 Teilnehmer

Die Gruppenphase der WM wird zwischen dem 12. und dem 26. Juni ausgetragen. Folglich ist der Spielplan von einem straffen Zeitplan geprägt. In den zwei Wochen kommen täglich bis zu vier Spiele zur Austragung. Da das zahlenmäßig größte WM-Publikum in Europa geortet wird, sind die Anstoßzeiten zum großen Teil im Zeitraum von 18:00 bis 24:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt.

In jeder Gruppe finden sich vier Teilnehmer wieder und um die Aufsteiger in die Finalrunden zu ermitteln, muss folglich jedes Team drei Spiele bestreiten. Dafür müssen in dem flächenmäßig fünfgrößten Land der Erde teilweise lange Anreisen in Kauf genommen werden. Immerhin sind die zwölf WM-Stadien über ganz Brasilien verteilt.

Aufgrund des Auslosungsverfahrens weißt beinah jede Gruppe einen klaren Favoriten auf. So müsste es schon mit wenig rechten Dingen zugehen, wenn Brasilien (mit Kroatien, Mexiko und Kamerun in Gruppe A), Spanien (mit Niederlande, Chile und Australien in Gruppe B), Frankreich (mit Schweiz, Ecuador und Honduras in Gruppe E), Argentinien (mit Bosnien, Nigeria und Iran in Gruppe F) und Deutschland (mit Portugal, Ghana und den USA in Gruppe G) an der Gruppenphase scheitern.

Deutschland in Gruppe G mit Portugal, USA und Ghana

WM Spiele Gruppe G

Abbildung oben: die sechs Spiele der deutschen Vorrundengruppe G bei der Fußball WM in Brasilien mit Angabe der jeweiligen Wettquoten. Eine Übersicht aller WM 2014 Spiele mit den entsprechenden Wetten und Quoten kann hier heruntergeladen werden.

Ähnliches gilt für Kolumbien (mit Elfenbeinküste, Japan und Griechenland in Gruppe C) und Belgien (mit Russland, Südkorea und Algerien in Gruppe H). Einzig in Gruppe D präsentiert sich mit Uruguay, Italien und England die Ausgangsposition nicht ganz so eindeutig. Da aber nicht nur den Gruppenersten, sondern auch den -zweiten ein Platz im Achtelfinale gewiss ist, können sich auch noch andere Teams Hoffnungen auf ein erfolgreiches Absolvieren des ersten Turnierabschnitts machen.

Die Finalrunden: noch vier Spiele bis zum Weltmeister

Die 16 Mannschaften, die der Gruppenmodus nicht ausgesiebt hat, müssen sich ab dem 28. Juni 2014 der ersten K.o.-Runde stellen. Ab hier entscheidet jeweils ein einziges Spiel über das Schicksal. In zwei weiteren Runden wird die Teilnehmerzahl jeweils um die Hälfte reduziert, sodass in der Nacht des 09. Juli die Finalisten ermittelt sind.

Das große Finale wird am 13. Juli 2014 in der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro, im berühmten Maracana-Stadion, das für die erste Heim-WM im Jahr 1950 erbaut und für die zweite Heim-WM nun einer umfangreichen Renovierung unterzogen wurde, ausgetragen. Die Antwort auf die Frage, wer daraus wohl als Gewinner hervorgeht, ist freilich bereits lange im Vorfeld Gegenstand von Spekulationen.

Maracana Stadion Neu

Abbildung oben: das altehrwürde Maracana-Stadion im Jahr 2013 nach der umfangreichen Renovierung – hier findet das Endspiel der Fußball WM 2014 statt. Bildquelle: wikimedia.org

Die sportliche Potenz nimmt bei diesen Erwägungen mit Sicherheit das größte Gewicht ein – so finden sich auch die großen Fußballnationen Brasilien, Deutschland, Argentinien und Spanien ganz oben auf den Favoritenlisten wieder. Doch wer im Finale stehen möchte muss nicht nur über sportliche Qualitäten, sondern auch über Durchhaltevermögen verfügen. Immerhin gilt es sieben Spiele, vier davon im K.o.-Modus zu bestehen. Und letzten Endes sind es auch Tagesverfassung und Glück, die sich als Zünglein an der Waage erweisen können. So bleibt, allen Prognosen zum Trotz, die Suche nach dem Weltmeister bis zum Schluss spannend.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 9.5/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)

{ Kommentare zu diesem Eintrag sind geschlossen }